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Svenja in einer WG
Ich heiße Svenja ? und bin 23 Jahre alt.
Heute habe ich meine Freundin Anja besucht. Anja ist auch 23 Jahre alt. Wir kennen uns aus dem Annedore-Leber-Berufsbildungswerk. Da machen wir gemeinsam eine Ausbildung zur Bürogehilfin. Anja hat es gut, sie macht in einem halben Jahr ihre Prüfung und lebt schon seit zwei Jahren mit fünf anderen in einer Wohngemeinschaft bei der aktion weitblick. Ich wohne im Internat von Annedore-Leber.
Ich weiß noch nicht, wo ich nach der Ausbildung leben werde. Klar ist für mich, dass ich nicht mehr zu meinen Eltern zurück will. Wenn es klappt, ziehe ich auch in eine WG.
Anja und ich haben vor unserer Ausbildung nicht immer zu Haus gelebt. Weil es dort Schwierigkeiten gab, waren wir einige Jahre im Heim. Anja sagt, daß sie damals ganz schön fertig war und viel Alkohol getrunken hat. Das kommt in letzter Zeit seltener vor, weil sie jetzt mit den Betreuern in der WG über ihre Probleme reden kann.
Anja meint, daß sie in der WG schon jede Menge gelernt hat. Anfangs haben ihr die Betreuer das Geld eingeteilt, weil sie es für Musikcassetten und Klamotten ausgegeben hat und dann am Monatsende nichts mehr hatte. Jetzt kann sie ihr Geld selber einteilen und weiß auch, wo man billig Lebensmittel einkauft. Manchmal bleibt sogar Geld übrig.
Die Betreuer haben ihr auch gezeigt, wie man mit dem ganzen Papierkram von Ämtern umgeht und haben mit ihr zusammen einen Ordner angelegt. Jetzt braucht sie kaum noch Hilfe, wenn sie einen Antrag ausfüllen soll oder einen Brief an ein Amt schreiben muss.
Anja hatte immer Angst, alleine zum Arzt zu gehen. Dann ist die Betreuerin ein paar Mal mitgegangen, und nun geht Anja alleine. Mit dem Sauberhalten des eigenen Zimmers war es ähnlich. Anja war schon ganz schön schlampig. Die Betreuerin hat ihr dann gezeigt, wie ein Zimmer saubergemacht wird.
In der WG wohnen noch Sarah, Meike, Daniel, Oliver und Tom. Die sind alle fast gleich alt und eigentlich ziemlich o.k.. Im Moment gehen alle arbeiten oder machen eine Ausbildung. Anjas Betreuerin hilft ihr auch, wenn sie für die Ausbildung pauken muss.
Neulich hatte Anja einen Riesenstreit mit Marco. Marco ist seit einem Jahr Anjas Freund. Die beiden setzen sich nun einmal in der Woche mit der Betreuerin zusammen und besprechen dann ihre Probleme. Anja meint, dass das hilft und sie sich seitdem weniger streiten.
Ab und zu gibt es auch Streit in der WG, weil einer zu laut Musik hört oder etwas aus dem Kühlschrankfach eines anderen Bewohners genommen hat. Solche Sachen werden dann in der Gruppe besprochen.
Außerdem ist beschlossen worden, dass alle gemeinsam am Freitag ins Kino gehen. Anja gefällt es gut in der WG. Sie fühlt sich jetzt schon ziemlich selbständig. Nach der Ausbildung möchte sie eine Arbeitsstelle als Bürogehilfin finden. Die Betreuer werden ihr dabei helfen.
aktion weitblick - betreutes wohnen - gGmbH
Markelstr. 24a, 12163 Berlin
Tel.:(030) 700 96 23-0
Fax.:(030) 700 96 23-16

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