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Langzeit-WG
Langzeitwohngemeinschaften (LWG)
Diese Wohnform eignet sich für Menschen mit geistiger Behinderung, bei denen absehbar ist, dass sie einen langjährigen Rehabilitationsprozess durchlaufen werden bzw. ein Leben lang Betreuung und einen erheblichen Hilfebedarf im lebenspraktischen Bereich benötigen. Die aktion weitblick hat im Rahmen des Leistungstyps WG die betreute Wohnform "Langzeitwohngemeinschaft" an zwei Standorten entwickelt und etabliert.
Über den typischen Rahmen der WG hinaus, werden hier "dichtere" Betreuungsangebote unterbreitet. Das Zubereiten und Einnehmen von mindestens einer täglichen gemeinsamen Mahlzeit ist z.B. ein fester Bestandteil des Tagesablaufes in der LWG.
Den Bewohnern der LWG stehen wochentags durchschnittlich von 7.30 Uhr bis 22.00 Uhr Ansprechpartner/innen aus den Betreuerteams zur Seite, um Hilfestellung anzubieten. Eine Betreuung oder Versorgung in der Nacht ist auch in der LWG nicht vorgesehen. Die Betreuung an den Wochenenden umfasst achtstündige Dienste, in denen häufig Freizeitaktivitäten angeboten werden.
Ute in einer LWG
Ich heiße Ute ? und bin 34 Jahre alt.
Ich wohne seit 4 Jahren in der Langzeitwohngemeinschaft. Vorher habe ich 2 Jahre in einer betreuten Wohngemeinschaft gewohnt und davor mit Bekannten in verschiedenen Heimen und immer mal wieder auf der Straße.
In der Nervenklinik war ich auch schon mal, aber das ist schon lange her, damals war ich noch in der Schule. Einen Abschluss von der Schule habe ich deshalb nicht gekriegt und eine Berufsausbildung habe ich auch nicht. Ich hatte eigentlich nie in meinem Leben ein richtiges Zuhause. Überall wo ich gewohnt habe, musste ich irgendwann wieder raus, weil ich entweder zu alt geworden war oder die Leute mich sonst irgendwie nicht mehr wollten.
In der LWG kann ich nun bleiben. Ich bin froh, dass ich hier in einer festen Gruppe lebe und nicht ständig einer ein- oder auszieht.
Wir wohnen hier zu sechst in einer Gruppe und eigentlich verstehen wir uns ganz gut.
Nur manchmal gibt es Krach, weil mal wieder einer seinen Putzdienst nicht gemacht hat oder den Einkauf vergessen hat. Aber im Großen und Ganzen kommen wir gut klar. Wir sitzen auch mal abends zusammen, wenn die Betreuer weg sind und quatschen oder gucken Fernsehen.
Die Betreuer sind jeden Tag da, vom Frühstück bis zum Abendessen, nur nachts ist keiner da und am Wochenende nur am Nachmittag. Ich finde das aber gut, ohne Betreuer ist es manchmal auch ganz schön. In der Woche kochen wir jeden Abend zusammen, dabei helfen die Betreuer.
Es sind immer zwei von uns mit Einkaufen und Kochen dran. Die Gemeinschaftsräume, die Küche und die Bäder müssen wir auch sauber machen. Dafür haben wir Putzdienste eingerichtet, damit jeder weiß, was er zu tun hat.
Einmal in der Woche haben wir Gruppensitzung. Wir besprechen mit den Betreuern, was wir die nächste Woche kochen wollen, was wir am Wochenende unternehmen und auch alles, was in der Gruppe nicht so gut läuft.
Ich habe eine Betreuerin, die sich mit mir alleine unterhält, mit mir meine Sachen einkaufen geht oder mit zu meinem Arzt kommt und so was. Das finde ich gut. Letzte Woche waren wir zusammen beim Arbeitsamt, um nochmal zu sehen, ob es irgendeine Arbeit für mich gibt, ich bin ja schon so lange arbeitslos.
Die beim Arbeitsamt hatten leider auch keine Idee, aber meine Betreuerin will jetzt versuchen, über das Sozialamt zumindest stundenweise Arbeit für mich zu bekommen. Besser als gar nichts. Erstmal freue ich mich jetzt auf die Gruppenreise, die wir in zwei Wochen mit allen Betreuern und Bewohnern machen.
aktion weitblick - betreutes wohnen - gGmbH
Markelstr. 24a, 12163 Berlin
Tel.:(030) 700 96 23-0
Fax.:(030) 700 96 23-16

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